Galerie Crystal Ball

Make Wool not War!

  • Eröffnung am Sa. 18. April 2026 um 18 Uhr

geöffnet: Freitags 15 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung

  • Fr. 8. Mai um 18 Uhr, „Die Karl Liebknecht-Performance“, Lecture von Manfred Kirschner und „Revolutionär*innen – damals und heute. Laut und Sichtbar! FEMINIS-MUSS!!!“ Lecture von BeaF.
  • So. 17. Mai, um 16 Uhr Finissage mit „Torte und Musik“


mit: Julianne Cordray, ChariZoe la Mar, Künstler:innen des Gretl.Wand Projektes, Manfred Kirschner, Jürgen Rudy, Erifyli Theofilou, Chris Zschaber und weiteren

Der Ausstellungsraum Crystal Ball hat über die Jahre schon in vielen Präsentationen und damit verbundenen Performances dem Material Wolle und dessen niedrigschwelligen Gestaltungsaspekten Raum gegeben. Sei es in der von Monika Müller Kroll entwickelten Modenschau, in der sie Couture aus den aus Industriefäden recycelten Wollarbeiten ihrer Großmutter genäht hat. Oder der einem Faden gleich, schier endlosen Häkelbildserie von Astrid Küver, den wunderbaren dreidimensionalen Häkelportraits berühmter Pop-Stars von Francoise Cactus oder auch den raumgreifenden Strickmalereien auf dem Wänden des Ausstellungsraumes von Elke Graalfs.
Wolle ist ein günstiges Basis-Material, dessen niedrigschwellige vielfältige Gestaltungsmöglichkeit Profis und Laien anzieht. Mag sein das die große Wollewelle vorbei zu sein scheint, trotzdessen leuchtet die politische Wollarbeit als neuer persönlicher, wie sozialgesellschaftlicher Impuls heraus. Und auch die abstrakten, organisch konzipierten Arbeiten von Jürgen Rudy nehmen einen besonderen Stellenwert ein.

So gibt es in der Konzeption die von Zoe la Mar über Jahre kuratierte Ausstellungsreihe der „Gretl-
Wand“ zu entdecken, die wiederum von knapp 39 Künstler:innen produzierten Arbeiten in drei Woll-Friesen zusammenbringt und an den drei Wänden des Ausstellungsraumes reinstalliert werden soll.
Ergänzt wird der zärtlich politische Wollraum durch den „Kunsttheorieuntersetzer“* einem
überdimensionalen Topflappen einer Wollarbeit in Progress, von Manfred Kirschner, der dazu dient,
Menschen zusammenzubringen und Platz zu geben.
(* die „Kunsttheorieuntersetzer“ sind eine Serie von gehäkelzeichneten Arbeiten, deren Aufgabe es ist als künstlerisches „Produkt“ Raum für Interpretationen, Deutungen und Theorien zu bieten und somit als „selbstbewusstes“ Kunstwerk über Kunst und ihre gesellschaftliche und kommerzielle Funktion zu referieren.)
Dieser konstruierte, bunte, poppige „Häkelraum“ der Meinungen, Parolen und Friedensrufe wird ein
pazifistischer und gemütlicher Ruheraum mit Kissen und Decken und Büchern. Komplettiert wird der Raum aus Wolle mit den außergewöhnlichen, faszinierenden Arbeiten von Jürgen Rudy, der in einer unbefangenen Freiheit Häkel- und Strickbilder, Umhänge, Kleider und Objekte kreiert hat, die ihresgleichen suchen. Die Arbeiten des Künstlers entstehen mit seiner kraftvollen Intuition, die im organischen Schaffensprozess schon eine vielfältige Wandlungsfähigkeit einschreibt und sie so, zu medial übergreifenden Kunstwerken werden lässt. In einem Video wird der Künstler in einer Performance mit seinen Arbeiten zu sehen sein.


Neben dieser Funktion als Kontemplations-, Leseraum und Safe-Space spiegeln die in ihm gehäkelten Slogans auch in historischer Gegenüberstellung Parolen aus den Wort- und Bildbeiträgen der
geplanten Vorträge zum 1. Mai, die wir in Lecture-Performances zusammenbringen. Zum Beispiel die Rufe auf dem Potsdamer Platz von Karl Liebknecht am 1. Mai 1916: „Nieder mit dem Krieg!“,
für die er verhaftet wurde, entwickeln eine zeitliche, aktuelle Dimension mit der Bedrohung durch Krieg und territorialer Aneignung der aktuellen politischen Weltlage. Das vorangegangene Zitat ist Teil der „Karl
Liebknecht-Performance“ einer Lecture von Manfred Kirschner, über eben jene historische Demonstration und dem später geplanten Liebknecht Denkmal und seinem einzig realisierten und historisch umkämpften Denkmalssockel am Potsdamer Platz.

Der zärtliche, politische Häkelraum bietet außerdem Bücher zum anschauen und vorlesen. Elektronische Medien sind ebenso erlaubt, sollen aber nicht im Vordergrund stehen. Es gibt außerdem die Möglichkeit sich aktiv, häkelnd in den Raum einzuschreiben, indem die Besucher:innen selbst handarbeiten und die Installation durch ihre Arbeit weiterentwickeln. Dazu werden Wolle und Strick- und Häkelnadeln gestellt.
Crystal Ball versteht sich im Projekt als Raum, der die Vermittlung und den Diskurs kulturhistorischer Geschichte im Kontext der Friedens- und Arbeiterbewegung miteinander verbindet, historische Szenarien der Weltgeschichte in ihrer persönlichen Dimension reflektiert und dabei einen Ort der Ruhe, Meditation und Bildung schafft, um Menschen in friedlicher Kommunikation zusammenzubringen und neue Verbindungen, Synergien sowie Perspektiven für zu ermöglichen.

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Crystal Ball Berlin