Performances am So. 14. Dezember um 19 Uhr
Die Zugvögel im MP43 in Marzahn-Hellersdorf/ Foto: Carola Rümper, 2025Zugvögel – Klappschiebetür
Ein Manifest für die Flüchtigkeit des Moments
Monsieur Szenario erzählt: Keine Bühne. Ein Raum. Keine feste Struktur. Geräusche, Bewegungen, Licht – alles ist in Bewegung. Die Klappschiebetür ist ein Gedanke. Ein Rhythmus. Eine Frage. Die Tür klappert, weil sie fliegen will. Zugvögel haben keine Türen. Zugvögel sind Türen, die fliegen.
Ein Körper tritt ein, ein anderer hinaus. Auf und Zu. Als wäre sie ein Pendel zwischen zwei Dimensionen. Die Tür ist ein Exil, sie ist der ständige Wechsel von Innen und Außen. Die Tür gibt es nicht, sie ist der Wind. Der Wind fragt nach dem Weg. Wir sagen nichts. Zugvögel fliegen durch die Tür. Aber es gibt keine Tür. Wir sind alle die Tür. Freiheit? Was ist Freiheit? Ein Konzept, das wir in uns tragen, ohne es je wirklich zu wissen. Warum sind wir hier? Wir sind da, weil wir in der Luft hängen und das Gewicht des Bodens tragen. Die Schiebetür klappert wie ein Herz, das uns schlagen kann. Ein Moment, der zu lang wird. Wird die Tür jemals geschlossen? Nein. Aber ist der Moment des Bruchs nicht auch ein neuer Beginn? Vielleicht.
In diesem Augenblick sind wir alle die Zugvögel in der Unbestimmtheit des Moments. Es gibt keine Struktur, keine Linie – nur die Bewegung. Die Türe fließt in uns wie ein Strom, der nie aufhört, sich zu bewegen. Das Fließen der Türe – das Fließen der Gedanken – das Fließen des Lebens.
Evita Emersleben: Kussportrait Performance, Bremen 2025Evita Emersleben – Kussmundportrait Performance
Evita Emersleben, die in und mit ihren Kussmundportrait Performances schon viele Bremer Künstler:innen abgebildet hat, wird an diesem Abend einen/ eine Besucher: in portraitieren. Dabei setzt sie allein mit ihrem geschminkten Mund rot gefärbte Küsse auf das Papier und entwickelt so in ihrer erstaunlichen Technik ein Portrait der Person aus den Abdrücken ihres Mundes. Ein Kussmunddruck entsteht.